Statt 333 Tage Hofrat Suess: Hello Chrissi - byebye Chrissi

Statt 333 Tage Hofrat Suess: Hello Chrissi - byebye Chrissi

geschrieben von hofrat

Am Montag, den 30. September 2013, ist unser Baby Hofrat Suess 333 Tage geworden. Keine Feier, keine Erwähnung, keine Party, gar nichts. Dabei hätte es jede Menge zu erzählen und zu feiern gegeben. Aber alles der Reihe nach:

Wir waren ja auf der Suche nach einer Nachfolgerin von Nowi als Praktikantin und hatten eine schöne Stellenausschreibung ganz im Hofratsuess’schen Stil gemacht: Eine 2nd Executive Trainee war gesucht. Und neben viele tollen Bewerbungen (Berichte kommen! Hier im Blog und in einem Fachmagazin für HR) unter anderem eine “NICHT-BEWERBUNG” via Facebook-Message bekommen: Eine Frau Christina Tieber aka Chrissi aka @bittersuesss (3s!) aka “Consultant PR und Social Media” (Titel wie immer selbst gewählt) wollte lieber nach Wien als nach Winterthur.

Hello Chrissi - ein Experiment

Einige Google-Hangouts, Skype-Chats und Facebook-Messages später und diversen Modellen, wie man denn ein Experiment wagen könnte, trafen wir alle den Entscheid zum Go: Chrissi kommt in die Schweiz. Dazu vereinbarten wir für die Dauer von drei Monaten Remote bzw. Home-Office für die Wochen, in denen unsere Consultant in Wien, Berlin oder Köln weilte, dazu kamen diverse ergänzende Massnahmen zu unserem bekannten Praktikumsvertrag: Da Chrissi aufgrund ihrer mehrjährigen Agenturerfahrung eher Professional als Praktikantin war, zahlen wir einen zusätzlichen Teil des Lohns in Form einer Interims-Wohnung in Winterthur und alle sechs Flüge für die Zeit von Oktober bis Dezember. Gemeinsam setzten wir uns diese drei Monate als Frist herauszufinden, ob eine solche Lösung funktionieren könnte… Nun, der nächste Abschnitt heisst “ByeBye Chrissi” und es hat leider nicht geklappt.

ByeBye Chrissi - was uns fehlen wird:

  • Deine Herzlichkeit und deine Fröhlichkeit. Der Anfang war alles andere als leicht: Aus Berlin eher Hals über Kopf als geordnet und in Ruhe weg, mit kurzem Breakdown auf dem Umsteigeflughafen Köln, mit einem Voll-Einstieg in den Uetliberg-Relaunch, dazu noch einem Chef auf Urlaub und einem anderen in nervlicher Auflösung, dazu Termindruck und wenig zuverlässige Partner, eine völlig neue Stadt, und nein, Winterthur ist nicht Berlin, und immer wieder Spitzen und tiefe Täler und wenig Schlaf und viel zu tun: Dank deiner Fröhlichkeit und Herzlichkeit hast du diese Situationen richtig gut gemeistert.
     

     

  • Deine Selfis: Aus dem Büro, aus dem Bett, vor dem Ausgang und danach, mal cheesy, mal chaut, mal bereit zum Ausgang für den Berlin-style Club in Zürich, der später dann abbrennt, halbseitig oder von hinten: Wir waren ja durch eine Fashion-Bloggerin als deine Vorgängerin ein wenig im Training, aber was Selfies anlangt, hast du Nowi bei weitem übertroffen.


     

  • Dein Dialekt-Mischmasch: Nun, wer aus dem Zentrum des Dreiecks Graz/Leibnitz/Feldbach kommt - wo auch immer genau Empersdorf und Kleinfelgitsch nun liegen mögen - und dieses lokale Idiom bereits im Chor der Ursulinen durch Schwester Regina und an der FH Joanneum von @heinz Wittenbrink geschliffen bekommen hat, um danach 2 Jahre in Berlin endlich deutsch zu lernen und dann nach Winterthur und auf den Uetliberg zu kommen - kurz: die babylonische Sprachenverwirrung ala Chrissi. Aber hey, nicht immer kommen Businesskunden aus dem Wallis, die schönstes Schweizer Hochdeutsch sprechen, um einfach nicht und nicht verstanden zu werden…

     

  • Deine Begeisterunsfähigkeit: Nun, Clemens muss wohl wirklich wieder dringend üben, um endlich wieder Latte-Art-Tulpe auf herzeigbarem Niveau für unsere Mitarbeiter und Gäste zu zaubern. Darin hast du dich eh nicht versucht, aber auch eine Espressomaschine mit eigener Mühle können zur Herausforderung werden: Wie viel Kaffee muss man mahlen, um einen Espresso für Clemens oder Marc zu schaffen und nicht nur die eher legere Tasse für dich selber? Oder wie sehr dir der Uetliberg ans Herz gewachsen ist - dass du dem Zürcher Hausberg “Herzberg” sagst, sagt eh schon alles. Und verzeih bitte die etwas platten Worthäufungen: <3 <3 <3


     

  • Dein Geschmack: Ob es viele Leute gibt, die im Wald hinter dem Süess’schen Familienhaus in Winterthur Seen schon Schwammerlsuchen waren und dann Körbe voll gefunden und auch verkocht haben? Die dann für das gesamte Office echtes steirisches Schwammerlgulasch gekocht haben? Oder mal eine Gemüse-Quiche nach Reste-Rezept und wie unerwartet gut die Strankalan darin geschmeckt haben? Oder das Paprika-Hendl, von dem mal wieder die ganze Bude satt wurde… Richtig leckere Sachen waren das, mit denen du uns verwöhnt hast. Aber eines war irgendwie seltsam: Deine vielgerühmten Begrüssungs-Cupcakes gabs am allerletzten Tag, an dem du bei uns warst…

Liebe Chrissi, danke für die Zeit mit und bei uns. Wir haben gelernt, dass wir bei Hofrat Suess nur bedingt geeignet und gewillt sind, trotz digitaler Jobs remote und im Home Office zu arbeiten. Wir wissen, dass wir mit dir eine begeisterunsgfähige und lernwillige junge Frau verlieren, weil du schlussendlich doch Wien Winterthur und Zürich vorziehst. Wir haben uns die Chance gegeben zu experimentieren: In Teilen ist uns dieses Experiment gelungen, in Teilen nicht. Danke, dass du uns auch unsere Fehler verziehen hast. Für deinen weiteren Weg nur das allerbeste und viel Erfolg: Deine Neugier und deine Talente werden dir einen guten Weg leiten. Und dass unsere Art der Jobsuche uns nun sogar zum Best-Case für Social Recruiting macht, das ist auch dein Verdienst.