Netzgemeinde? #rp14 - zwei Interviews mit zwei re:publica-Newbies

Netzgemeinde? #rp14 - zwei Interviews mit zwei re:publica-Newbies

geschrieben von hofrat
Hofrat Suess an der #rp14 re:publica. Netzgemeinde

Im achten Jahr ihres Bestehens haben viele Teilnehmende und auch deren Umfeld ein wenig nachgedacht über die re:publica: Irgendetwas war auf einmal anders als die ersten sieben Jahre des Bestehens dieses jährlichen Events im Berliner Frühling. Bloggertreffen? Favstar-Mafia? Digitale Bohème? Netzgemeinde? Oder doch mittlerweile die - oder sogar schon eine - digitale Gesellschaft (nein, nicht der Verein) und eine Generation, für die das Netz so normal ist wie fliessend Wasser, Strom und Telefon?

Während also die eine Hälfte des Hofrat-Suess-Teams an der ONE Schweiz Big Business machte (aka Espresso und Cappuccino bereitete), gab es für die andere Hälfte vom 6. bis 8. Mai INTO THE WILD, David Hasselhoff und Sascha Lobo, Netzpolitik - Sicherheit - NSA und 6000 Besucher, 350 Sessions und 18 Bühnen.

Als fast alter Hase (meine erste re:publica war 2009, als man sich noch "Social-Media-Konferenz in Berlin" nannte, im Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune, Gedränge und kein funktionierendes Wlan, dafür Espresso-Ambulanz mit feiner Maschine auf einer Ape in der Friedrichstrasse, und nach längerer Zeit der Abstinenz gemerkt, dass dieses Twitter doch etwas kann, und alle waren noch ganz geflasht von der Tatsache, dass man mit Blogs Geld verdienen kann, was aber schon von Peter Hogenkamp auf der re:publica 2008 gesagt worden war - anyway: SHIFT HAPPENS) habe ich mir erlaubt, meinen beiden Team-Mitgliedern Alexi und René als re:publica-Newbies ein paar ausgewählte Fragen zu stellen.

Alexi

1. Was ist die re:publica?

Ein Ort, an dem man sich inspirieren lassen kann.

2. Und wenn du die re:publica deiner Grossmutter erklären müsstest?

Würde ich erst gar nicht versuchen. Sie wäre nämlich mit den Worten Shift oder Leertaste schon überfordert.

3. Gibt es “digital heros”? “Digitale Promis”?

Ja auf jeden Fall, für mich sind jene, die einen Vortrag anschauen und gleichzeitig geistreiche Tweets tippen können, schon so etwas wie Helden. :P

4. Wie hat sich dein Blick auf “digital” verändert?

Ich würde eher sagen, mein Blick hat sich erweitert. Ich bin immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten im Netz. Während der re:publica habe ich viel beobachtet und aufgesogen.

5. Du als visueller Mensch: Was sind deine Take-aways?

Visuell gab es sehr wenig Interessantes oder Brauchbares, doch war das auch nicht das Schwergewicht der re:publica, deshalb bin ich nicht enttäuscht, dass ich keine visuellen Inputs mitnehmen konnte.

6. Lieblingssession? Warum?

Den Talk über Youtube and the new News, weil es einen Einblick hinter die Kulissen bot: Was gibt es alles noch, abgesehen von den allgemeinen Sachen die jeder kennt.

7. Club Mate oder Fritz Cola?

Fritz Cola.

8. Mama?

...versteht wie Oma nur Bahnhof von Social Media, abgesehen von Ihrem Iphone.

9. #rp15?

Will ich auf jeden Fall wieder hin!

René

1. Was ist die re:publica?

Wie ich es Alexi mal kurz (und nicht ganz ernst gemeint) erklärt habe: 50% Nerds und 50% arrogante, selbstverliebte Möchtegern-Internetexperten. Mich eingeschlossen.

2. Und wenn du die re:publica deiner kleinen Schwester erklären müsstest?

Ganz viele Leute auf einem Haufen, die alle was mit Internet machen und darüber reden.

3. Wer oder was ist die Netzgemeinde?

Da fragst du besser Alexi. Sie hat sich den Talk des Netzgemeindeexperten Sascha Lobo angehört. (-;
Honestly? I don’t know and I don’t care. Ich hab den Begriff bisher nur zwei-, dreimal gehört und mir überhaupt nichts daraus gemacht.

4. 89.000 Tweets von 15.200 Accounts bei über 6000 Besuchern, von denen 60% Männer, 40% Frauen. Und du?

65 Tweets mit Hashtag und wahrscheinlich ein gutes Dutzend, bei dem #rp14 vergessen ging.

5. Sicherheit, Abhörskandale, Snowden: Was ist “digital” anders, neu oder unerwartet?

Nichts. Ernsthaft, es gab überhaupt nichts Neues zum Thema. Alles schon zehnmal durchgekaut.

6. Lieblingssession? Warum?

Es sind sogar zwei: Jacob Applebaum und Jillian York, weil sie grossartig “performt” haben. Amis wissen einfach, wie man einen guten Talk hält. Und für das Zitat, “Condoms are easier to explain than PGP. They're also easier to install.

Ole Reissmann und Hakan Tanriverdi, weil es nach dem langen Mittwoch eine halbe Stunde unangestrengte Unterhaltung war. Alles ausser #catcontent eben.

7. Club Mate oder Fritz Cola?

Klare Sache: das Bier.

8. Mama?

...ist die Beste!

9. #rp15?

Maybe. Wenn es statt 350 zum grossen Teil eher lauen Sessions lieber nur 50 richtig gute gibt.