How To Imagefilm: In Zeitlupe auf dem Uetliberg

How To Imagefilm: In Zeitlupe auf dem Uetliberg

geschrieben von René

Wir können auch Video (siehe ganz unten im verlinkten Post; bzw. "konnten" Video, aber dazu mehr in einem späteren Post). Kürzlich hatten wir den Auftrag, für unseren Kunden, das Hotel und Restaurant UTO KULM auf dem Uetliberg, einen Imagefilm zu drehen und möchten euch nun ein wenig hinter die Kamera führen.

Das Konzept stand fest und war abgesegnet: ein Slow Motion Moodfilm mit den Highlights des Zürcher Hausbergs, Einblicke in das Hotel und Schmankerl (würde der Hofrat jetzt schreiben) aus dem Restaurant. Das Auffahrtswochenende vom 30. Mai bis 1. Juni war für den Dreh reserviert. Das Wetter spielte auch mit. Es stand uns nur noch das Erklimmen des Uetlibergs mit 50 Kilogramm Equipment im Weg. Gefühlt wog die Ausrüstung jedoch 500 Kilo und wurde mit jedem Meter vom Büro in Richtung der SZU-Station Selnau schwerer. Und schwerer. Und schwe…

Doch wir haben es geschafft. (Auf dem Foto ist übrigens nicht alles zu sehen.)

Für alle Interessierten, wir hatten folgendes Equipment bei der Schweizer AG gemietet:

Bei den Feuerwerkshots kam auch noch die Black Magic Pocket Cinema Camera inkl. Lumix Objektiv zum Einsatz.

Von der Bergstation Uetliberg wurden wir zum Glück mit dem Elektromobil zum Hotel gefahren. Nachdem wir unser Zimmer bezogen und die Ausrüstung zusammengebaut hatten, starteten wir sogleich mit den Dreharbeiten in der Küche. Mehrere Stunden dem Küchenchef Rudolfo Kämpf und seinem Team im Weg herumstehen, eine geschlissene Birne aus dem Super Ambi Kit und viele Slow Motion-Takes später war die Location im Kasten: Kiloweise Champignons, Rüebli und Egli-Filet in der Pfanne. Danach galt es, die Damen an der Rezeption mit unserer Kamera zu belästigen, was sie nicht weiter zu stören schien. Und somit neigte sich der erste Drehtag bereits seinem Ende entgegen.

Apropos Slomo: Wir haben mit 400 Frames/Sekunde gefilmt. Die Kamera kann so maximal 9 Sekunden am Stück aufzeichnen. Diese 9-Sekunden-Shots entsprechen dann einer maximalen Slowmotion-Shotlänge von 144 Sekunden.

Für den Samstag standen alle Aussenaufnahmen, das Hotelzimmer, die filmische Anreise unserer Hauptfigur und die Sauna und der Weinkeller (dort nochmals eine Birne geschlissen) auf dem Programm. Ein strenger Plan, aber wiederum in Rekordzeit und vor dem planmässigen Drehschluss abgedreht. Am Sonntag war bis 17 Uhr frei, denn wir mussten nur noch das Dinner in den Kasten bringen, wobei es die Sonne gut mit uns meinte und uns wunderbare Lichtverhältnisse bescherte. Zum krönenden Abschluss durften wir noch Feuerwerksvulkane zünden und unsere T-Shirts dem Funkenregen opfern. Also ich zumindest.

Abreise und Materialrückgabe am Montagmorgen und dann gleich ins Büro für den Beginn der Post Production, welche bedeutend länger dauerte als die Dreharbeiten: Adobe Creative Suite mit Premiere und After Effects und einem hoffnungslos überlasteten iMac 27" mit 16 GB RAM, aber nur 1 GB Grafikkartenspeicher machten die Kiste beim Rendern bisweilen zur Office-Ersatzheizung. Welcome to Film Making!

Die Musik, ein Stück von Analog Heart mit dem deskriptiven Titel "Heartbeats", erfüllt alle Vorgaben für einen einzigartigen Image-Film, der auf Slow Motion angelegt ist: Cinematographic & Mood sorgen für den richtigen Spannungsbogen, dazu darf die Musik niemals im Vordergrund stehen oder gar sich selbst darstellen.

Finally...

Und hier ist das Ergebnis von drei Dreh- und etwa sieben Schnitttagen:

Besten Dank an unsere Hauptdarstellerin Simone Hentschel (@strandsimse) und an @chnuebli und @RaGl – kommt ihr wieder, wenn wir mal drehen?

P.S.: Passend zum "How To…" gibt es hier "6 Filmmaking Tips" der Coen Brothers.